Herzlich willkommen bei der Konferenz der Sportministerinnen und -minister der Länder!

Das Saarland hat den Vorsitz der Sportministerkonferenz für die Jahre 2017 und 2018 übernommen.

Wie die 40. Sportministerkonferenz im November 2016 in Dortmund gezeigt hat, gehört die weitere Abstimmung der Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung zu den vordringlichen Aufgaben im Bereich des Sports. Grundlage dieser Abstimmung bildet das durch das Bundesministerium des Innern und den Deutschen Olympischen Sportbund unter Beteiligung der Länder entwickelte Konzept. Alle daraus konkret abzuleitenden Festlegungen müssen auf der Basis eines validen Finanzierungskonzeptes das Ziel verfolgen, die Rahmenbedingungen für die Athletinnen und Athleten im olympischen wie im paralympischen Spitzensport zu verbessern. Die Länder stehen insbesondere mit Blick auf den Nachwuchsleistungssport in der Verantwortung. Dies gilt in besonderer Weise bei der Talentsichtung und -förderung, bei der Unterstützung der Dualen Karriere und im Schule-Leistungssport-Verbundsystem.

Erfolgreiche Athletinnen und Athleten sind Vorbilder für unsere Bürgerinnen und Bürger, insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen. Oft animieren Vorbilder zu einem lebenslangen Sporttreiben – am besten im Verein. Die unersetzlichen gemeinwohlorientierten Funktionen des Sports haben die Sportministerinnen und Sportminister der Länder in ihrer Frankfurter Erklärung 2014 deutlich herausgestellt. Sportförderpolitik ist nicht nur aktive Sozialpolitik und Gesundheitspolitik, sie ist auch aktive Integrationspolitik sowie aktive Bildungspolitik, Wirtschaftspolitik und Entwicklungspolitik.

Damit der Sport – insbesondere der Vereinssport – diese wichtigen Funktionen für unser Gemeinwesen leisten kann, benötigt er als wesentliche Basis ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger, die in unterschiedlichen Funktionen in den Vereinen und Verbänden tätig sind, sowie eine bedarfsgerechte Sportinfrastruktur. Mehr denn je ist der Sport auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Dieses freiwillige Mitwirken vieler Bürgerinnen und Bürger ist die Basis dafür, dass der Sport seine gemeinwohlorientierten Funktionen ausfüllen kann. Dieses im wörtlichen Sinne unbezahlbare Engagement gilt es zu fördern und zu stärken.

Viele der vorhandenen Sportstätten müssen modernisiert werden. Hier sind unmittelbar die Kommunen gefordert, aber auch die Länder. Darüber hinaus wird die Nutzung von wohnortnahen Sportanlagen derzeit insbesondere durch lärmschutzrechtliche Regelungen eingeschränkt. Hier wäre es wichtig, im Interessenausgleich mit umweltschutzrechtlichen Belangen, baldmöglich eine Verbesserung für die Sportanlagennutzung zu erreichen.

Unübersehbar ist die Notwendigkeit zum Schutz der Integrität des Sports. Eine Vielzahl von Nachrichten, sei es zum systemischen oder systematischen Doping von Athleten, zur Korruption auf der Ebene der Funktionsträger oder zur Manipulation von Sportwettbewerben, birgt die Gefahr, das Vertrauen in den organisierten Sport zu erschüttern. In erster Linie steht hier zwar der organisierte Sport selbst in der Verantwortung, es muss aber Ziel des staatlichen Handelns sein, den Sport insbesondere durch flankierende Präventionsmaßnahmen zu unterstützen. Zudem gilt es, die Sanktionsmöglichkeiten des Sports gezielt zu ergänzen. Das Gesetz gegen Doping im Sport sowie die beabsichtigte Einführung der Strafbarkeit von Sportwettbetrug und der Manipulation berufssportlicher Wettbewerbe sind Beispiele hierfür.

Bewegung und Sport sind für die Gesundheitsförderung und Prävention von grundlegender Bedeutung. Für das gesunde Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen, aber auch für mittlere und fortgeschrittene Altersgruppen wird Bewegung und körperliche Aktivität in der Lebensgestaltung der Menschen immer wichtiger. Dies erfordert gezielte und qualitätsgesicherte Sport- und Bewegungsangebote und eine entsprechend attraktive Infrastruktur für Spiel und Sport und für mehr Bewegung im Alltag.

Ziel der Sportministerkonferenz ist es, gemeinsam mit unseren Partnern im Sport die Rahmenbedingungen für den Sport zu erhalten und nötigenfalls zu verbessern sowie den Breitensport als Basis für den Spitzensport, aber auch im Interesse des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu unterstützen. Ich freue mich auf diese spannende und herausfordernde Aufgabe.

Ihr

Klaus Bouillon

Vorsitzender der Sportministerkonferenz
Minister für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes